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Juni 6, 2017

Bausparkassen sind in der Klemme

Bausparkassen sind in der Klemme

Bausparkassen sind in der Klemme

Wie funktioniert einfach erklärt ein Bausparvertrag?

Grundsätzlich soll ein Bausparvertrag den Bau oder einen Kauf von Wohneigentum erleichtern.
Deshalb wird ein Bausparvertrag über eine bestimmte Summe, beispielsweise über EUR 100.000 abgeschlossen.
Nach Zahlung einer einmaligen Gebühr von 1 Prozent dieser Bausparsumme (in diesem Fall also EUR 1.000) spart der Kunde dann in regelmäßigen Raten Kapital an.
Dieses Kapital wird allerdings nur gering verzinst. Dies ist schlechter als dieses üblicherweise am Kapitalmarkt der Fall ist.
Wenn eine bestimmte Ansparsumme erreicht ist, zumeist sind das 40 Prozent (in besagtem Fall also EUR 40.000), kann der Kunde die restlichen EUR 60.000 als Darlehen erhalten, um sich damit Wohneigentum anzuschaffen.
Auch hier ist der Darlehenszins  dann besonders niedrig.

Allerdings ist ein Darlehenszins-Vorteil bei Bauspardarlehen durch die aktuelle Niedrigzinsphase oft nicht mehr gegeben.

Bausparen ist noch immer eine sehr beliebte Geldanlage.

Bausparverträge gehören zu den beliebtesten Geldanlagen in Deutschland noch vor der Kapitallebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung .

Nach Branchenangaben gab es Ende 2016 in Deutschland etwa 29 Millionen Bausparverträge. Damit kommt auf jeden Haushalt mindestens 1 Bausparvertrag.

Allein in 2016 wurden insgesamt 2,2 Millionen Bausparverträge nochmal neu abgeschlossen.

Das ist vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase aber insbesondere auch vor den seit einigen Jahren bestehenden Querelen und Streitigkeiten zwischen Bausparkassen und vielen Kunden, die zumeist bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) ausgetragen wurden, eine kleine Sensation.

Denn: Wer mit Kunden vor Gerichten Geschäftsbeziehungen, Kosten und Gebühren aushandeln muss, sollte sich eigentlich nicht wundern, wenn Geschäfte rückläufig sind und schließlich keiner mehr sein Produkt erwerben möchte.

Auf den ersten Blick scheint das bei Bausparverträgen allerdings nicht der Fall zu sein.

Zu verlockend erscheint offensichtlich vielen Bausparern die Aussicht auf vermeintlich niedrige Darlehenszinsen in einigen Jahren, wenn Wohneigentum erworben werden soll.

Absicherung mit einem Bausparvertrag? Die Aussichten darauf sind praktisch nicht vorhanden.

Wenn Sie also meinen mit einem Bausparvertrag vorgesorgt zu haben, sollten Sie sich trotzdem nicht in besonderer Sicherheit wiegen.

Denn: Die Absicherung für niedrige Zinsen durch einen Bausparvertrag birgt ein wesentliches Risiko, das die wenigsten Sparer kennen.

Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dürfen Bausparkassen ihren Kunden die Zuteilung eines Bauspardarlehens nicht garantieren.

Wenn Sie also in einer möglichen Hochzinsphase das Bauspardarlehen zum Erwerb von Wohneigentum, oder für eine Anschlussfinanzierung benötigen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen die Zuteilung zum notwendigen Zeitpunkt verwehrt wird.

Sie müssten bei einer Nichtzuteilung die weitere Wartezeit teuer überbrücken.

Völlig unabhängig davon werden Sie als Bausparer in Zukunft noch mit einem weiteren Problem konfrontiert.

Auch dieses Thema ist nicht so bekannt und keiner, der Ihnen einen Bausparvertrag verkauft wird Sie darauf hinweisen.

Oder ist Ihnen in der Bausparbranche ein Vehikel bekannt, das sich „Fonds zur bautechnischen Absicherung (FtbA)“ nennt?

Dieser Fonds wurde in den frühen 90er Jahren gegründet um die eigentlichen Tücken des Bauspargeschäftes abzumildern.

Auf der einen Seite stehen diejenigen Bausparer, die sich noch in der Ansparphase befinden und auf der anderen Seite diejenigen, die ihre Darlehen abrufen wollen.

Wenn nun Bausparer, die ihre Darlehen abrufen wollen in der Mehrzahl sind, werden irgendwann die Mittel zur Auszahlung dieser Darlehen knapp.
Genau dafür wurde dieser Fonds quasi als Puffer gegründet.

Ein Blick auf die Entwicklung der Zahlen des Fonds ist allerdings bedenklich:
Ende 2014 waren noch EUR 2,2 Milliarden für Notfälle verfügbar.
Ende 2016 ist dieser Betrag auf EUR 1,3 Milliarden abgesunken.

Und zwar unter anderem durch Entnahmen in den vergangenen Jahren durch die Bausparkasse Schwäbisch Hall mit EUR 350 Millionen, Wüstenrot EUR 82 Millionen und BHW EUR 68,5 Millionen.

Der Fonds wird anscheinend regelrecht geplündert.

Warum das so ist und wohin diese Gelder fließen, kann den Geschäftszahlen der jeweiligen Bausparkassen entnommen werden, die im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

So wurde zum Beispiel der von dem BHW in 2016 entnommene Betrag über EUR 68,5 Millionen in der Gewinn- und Verlustrechnung als „sonstiger Ertrag“ verbucht.

Ebenso hat Schwäbisch Hall mit dem in 2016 entnommenen Betrag über EUR 60 Millionen die Ertragslage aufgebessert; gleichzeitig wurden an die Muttergesellschaft, die genossenschaftliche DZ-Bank EUR 18 Millionen ausgeschüttet.

Ähnlich wie bei Schwäbisch Hall wurde bei der LBS Südwest und bei der Deutschen Bank Bauspar verfahren.

Bei Wüstenrot wird laut Geschäftsbericht der Griff in die Fondskasse mit EUR 82 Millionen damit begründet, dass diese Mittel „den weiteren Wachstumspfad sichern sollen“.

Die Bausparbranche verfügt hier über sehr viel Kreativität!

Grundsätzlich stehen die Mittel aus dem „Fonds zur bautechnischen Absicherung“ den Bausparern zu, denn er wurde aus den Sparraten der Bausparer gespeist.
Wenn nun die Bausparbranche die entnommenen Mittel aus dem Fonds anderen Zwecken zuführt, ist das für jeden Bausparer nicht akzeptabel.
Klar ist natürlich auch: Wenn Bausparkassen den Fonds weiter so ausplündern, wie in den letzten Jahren, dürfte in kurzer Zeit kein Geld mehr vorhanden sein.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihre sauer verdienten Spargelder einer Branche mit einem Produkt zuführen, das im Grunde nicht in die heutige Zeit passt und die besten Jahre längst hinter sich hat.

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