Was sind Robo-Advisor?

Robo-Advisor ist die Bezeichnung für einen Teilbereich von Unternehmen im Wirtschaftszweig Finanztechnologie.

Die Zielsetzung eines Robo-Advisors ergibt sich aus den beide zusammengesetzten englischen Wörtern „Robot“ also Roboter und „Advisor“ übersetzt Berater.

Das heißt Robo- Advisors haben das Ziel die Dienstleistung eines klassischen Anlageberaters zu automatisieren und zu digitalisieren.

Ein Robo-Advisor ist ein Finanzdienstleister und betreibt damit ein erlaubnispflichtiges Gewerbe.

Dabei sind je nach Art der Dienstleistung unterschiedliche Genehmigungen erforderlich.

Die Anlageberatung, Anlagevermittlung bzw. der Vertrieb von Finanzinstrumenten unterliegt grundsätzlich der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Beschränkt sich die Tätigkeit auf bestimmte Finanzinstrumente, wie z. B. zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Fondsanteile, greift die Bereichsausnahme des § 2 Absatz 6 Satz 1 Nummer 8 Kreditwesengesetz (KWG) und es gelten die Bestimmungen nach § 34 (f) Gewerbeordnung (GewO) für Finanzanlagenvermittler sowie § 34 (h) Gewerbeordnung (GewO) für Honorar-Finanzanlagenberater.
Die Vermögensverwaltung erfordert nach § 32 Kreditwesengesetz (KWG) die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Quelle Wikipedia

Angebot und Abwicklung erfolgen über eine Online-Plattform.

Wie bei einer klassischen Anlageberatung werden hier in einem Online-Fragebogen notwendige Informationen abgefragt um den Anlegertyp und das Risikoprofil des Kunden zu ermitteln.
Zum Beispiel werden hier Angaben zur Risikobereitschaft, Höhe der Anlage bzw. Höhe der Sparraten, Anlagehorizont, Ziel-Renditen, verkraftbare Verluste ausgewertet.
Auf diesen Antworten basierend, wird für den Kunden ein passendes Portfolio zusammengestellt.

Am Markt werden verschiedene Angebotsmodelle im Bereich Robo-Advising angeboten:

  • Robo-Advising als reines Beratungstool:
    Hier wird lediglich eine Software angeboten, um ein geeignetes Portfolio für  den Nutzer
    zu ermitteln.
    Den Kauf der Portfoliobestandteile muss der Nutzer jedoch selbstständig übernehmen.
  • Fondlösungen:
    Der Anbieter bündelt vorab erstellte Portfolios in einem Dachfonds, den der Kunde über die Börse erwerben kann.
  • Verwaltete Depots:
    Robo-Advisor dieser Kategorie haben das umfassendste Angebot.

    Für den Kunden wird ein Portfolio ermittelt und die Anlage dann entsprechend im Depotkonto einer Partnerbank umgesetzt und überwacht.

Die meisten Robo-Advisor stützen Ihre Anlagestrategie auf regelbasierte Modelle zur Bestimmung der Portfoliostruktur.

Das Portfolio wird anschließend laufend überwacht und gegebenenfalls angepasst, um den im Fragebogen vom Anleger definierten Risikobereich nicht zu überschreiten. Im Fachjargon nennt man dies „Rebalancing“.

Dabei setzen Robo-Advisors in der Regel auf Investitionen in Exchange Traded Funds (ETFs).

Der Grund:  Robo-Advisors erreichen mit dieser Anlagestrategie eine breite Streuung über viele Anlageklassen und Einzeltitel und reduzieren damit erheblich die Anlagerisiken für den Anleger.
Das heißt mit überschaubaren Risiken, können so langfristig stabile Erträge erwirtschaftet werden. Zudem sind die Kosten beim Kauf von ETFs sehr niedrig und sorgen so für eine hohe Nettorendite.

Es gibt aktive und passive Anlagestrategien.

Ein Robo-Advisor mit einer aktiven Strategie folgt meist einem finanzmathematischen Modell, nach dem er zwischen den einzelnen Anlageklassen umschichtet.
Bei der passiven Strategie ist die Verteilung auf die einzelnen Fonds vorgegeben und wird regelmäßig auf die Ausgangsverteilung zurückgesetzt (sogenanntes Rebalancing).

Da Robo-Advisor selbst meist keine eigene Banklizenz besitzen, agieren sie oftmals in Zusammenarbeit mit einer Partnerbank. Die Partnerbank führt dabei das Depot, in dem die Vermögenswerte gehalten werden, und führt die Transaktionen durch.

Ein großer Vorteil:

Das angelegte Geld unterliegt daher als Sondervermögen dem Schutz vor fremdem Zugriff.

Wichtig auch deshalb, weil alle Robo-Advisors am Markt relativ junge Unternehmen sind.
So befindet sich das Anlegergeld bei einer separaten Bank
Die Solvenz des Robo-Advisors spielt deshalb hier keine Rolle.

Die einzigen festen Kosten sind die, auf die keine Plattform Einfluss hat: die Produktkosten.
Das sind zum Beispiel die Kosten, die ein Fondsmanager jedes Quartal aus dem Fondsvermögen als Management-Gebühr entnimmt.
Produktkosten sind überall gleich und finden sich auf keiner Rechnung und keinem Kontoauszug.
Die meisten Plattformen erwähnen diese Gebühren deswegen erst gar nicht.

Hier ein Beispiel von einem interessanten Unternehmen in diesem Bereich, mit dem wir uns näher beschäftigt haben:

http://finanzplanung-seidel.de/ginmon/

Interessanter Artikel aus Der Zeit: Die Robos kommen