Finanzsorgen
6 Schritte wie Sie Ihr Geld sicher und rentabel anlegen
September 25, 2015
Konsumrausch
Black Friday vs. Cyber Monday – Was lohnt sich mehr?
November 20, 2015

Wenn das Glück tatsächlich zuschlägt und euch den großen Lotto-Geldsegen beschert, ist die Freude natürlich riesengroß – viele Träume können jetzt endlich wahr werden. Doch nachdem die sehnlichsten Wünsche erst mal erfüllt sind, stellt sich sicherlich zwangsläufig irgendwann die Frage: Was tun mit dem übrigen Geld, damit ich auch später noch genug davon habe und gut davon leben kann? Die passende Geldanlage zu finden, ist in Zeiten von Eurokrise und Niedrigzins sicherlich kein leichtes Unterfangen. Und nicht nur Lottomillionäre stellen sich die Frage, welche Anlageformen derzeit überhaupt rentabel sind und Rendite abwerfen. Viele Sparer sind verunsichert und suchen nach der idealen Geldanlage für Aufbau, Sicherung und Vermehrung ihres Vermögens. Wir haben deshalb Finanzexperten gefragt, mit welchen Anlageformen ihr auf Nummer sicher gehen und euer Kapital möglichst gewinnbringend anlegen könnt.

Niklas Horstmann von Horstmann-Finanz

Für Sparer sieht es in Deutschland gerade sehr ungünstig aus, da wir eine sehr extreme Niedrigzinsphase haben – die echte Inflationsrate (Geldentwertung) ist höher als die Verzinsung auf deutschen Sparkonten. Somit entsteht ein Negativzins, man spart sich im wahrsten Sinne des Wortes arm. Wenn der Sparzins geringer ist als die Geldentwertung, verliert der Sparer reale Kaufkraft.

In der Geldanlage gibt es zwei Welten: den Geldwertmarkt und den Sachwertmarkt. Zu den Geldwertanlagen gehören beispielsweise Sparbücher, Sparbriefe, Festgeld usw. Hier sieht es aufgrund der genannten Situation derzeit sehr unglücklich aus. Der Sachwertmarkt hingegen ist lukrativ, wenn es um Sachwertanlagen geht, die nicht an der Börse gehandelt werden, wie es etwa bei Aktien der Fall ist.

Niklas Horstmann

Börsenunabhängig sind hingegen Immobilien, Metalle (außer Gold und Silber, die sind wieder börsenabhängig), erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Solar, sonstige Anlagen aus den Bereichen Rohstoffe, Agrar und Infrastruktur oder sogenannte Mobilien wie Container, Flugzeuge und Schiffe. Diese börsenunabhängigen Sachwertinvestments sind reale Werte zum Anfassen, sie sind substanzorientiert, inflationsgeschützt, ertragsstark, nachhaltig und zukunftsweisend. Durch ihren eigenen inneren Wert haben sie die Chance, die Inflation und die Steuer nicht nur auszugleichen, sondern sogar zu überschreiten und das tun sie bereits, seitdem wir ein Geldsystem haben.

Sparern, die ihr Vermögen noch immer auf der Bank haben, rate ich daher, ihr Vermögen langsam in Sicherheit zu bringen und strategisch in Sachwerte umzuschichten. Natürlich muss ein gewisser Betrag, den man zum Leben braucht und gerne greifbar haben möchte, als liquide Mittel auf der Bank liegen. In der Regel sollten das zwei bis drei Monatsgehälter sein. Alles darüber hinaus, was in eine Anlage investiert werden kann, um das vorhandene Geld zu vermehren, sollte in reale Sachwerte umgeschichtet werden. Eine notwendige Vorbereitung auf die Zukunft.

Wenn Sie das Glück haben und im Lotto gewinnen, dann rate ich Ihnen auf jeden Fall dazu, einen, oder besser mehrere unabhängige Finanz-Experten aufzusuchen und sich eine Anlagestruktur erarbeiten zu lassen, die individuell auf Sie und Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Diesbezüglich lassen sich keine allgemeingültigen Tipps geben, was mit dem Geld gemacht werden sollte, da keine Ausgangssituation wie die andere ist. Eine Vermögensstruktur muss immer in jedem Fall auf die Person, die das Geld zur Verfügung hat, maßgeschneidert werden.

Waltraud Seidel von Finanzplanung-Seidel

Waltraud Seidel

Absichern gegen niedrige Zinsen

Die Schere zwischen niedrigen Zinsen und der Geldentwertung durch Inflation ist ein Phänomen, das den deutschen Sparern jedes Jahr Milliarden kostet. Nach einer Berechnung der Postbank AG sind hierdurch die Werte von Sparvermögen bei Banken in 2013 um real rund 14 Milliarden Euro geschwunden; in 2014 sind es 21 Milliarden Euro gewesen, mit weiter steigender Tendenz in den kommenden Jahren. Die aktuell auch aus historischer Sicht bestehende niedrige Zinssituation ist ein Problem, das besonders Sparer betrifft, die über Vermögen in Form von Bargeld oder Bankeinlagen (z.B. Banksparpläne, Festgeld, Sparbuch, Tagesgeld) verfügen. Das gilt aber auch für Anleger, die Ansprüche gegenüber Versicherungen (z.B. Lebens- oder Rentenversicherungen) oder Bausparkassen (Bausparverträge) haben. Und natürlich leiden auch die betrieblichen Altersversorgungen, die viele Betriebe für ihre Arbeitnehmer abgeschlossen haben unter dieser Niedrigzinsphase.

Vor diesem Hintergrund müssen Sie sich als Anleger bewusst sein, dass bei Anlagen in einem Niedrigzinsbereich auf jeden Fall ein Wertverlust bzw. Kapitalverzehr vorhanden sein wird. Bitte unterschätzen Sie nicht diesen „schleichenden“ Prozess. In dieser Situation macht es sehr wohl Sinn, darüber nachzudenken, ob es nicht besser ist, in Kapitalanlagen zu investieren, die eine höhere Rendite erwirtschaften. Hier gibt es gewisse Kriterien zu beachten. Dann ist in diesem Bereich auch hier höchstmögliche Sicherheit zu erreichen.

Es ist anzunehmen, dass diese Niedrigzinsphase noch eine ganze Weile andauern wird. Daher ist jedem Anleger, der sich ein kleines Vermögen aufbauen oder für sein Alter vorsorgen möchte, zu raten, verstärkt in Sachwerte zu investieren und aus Risikogründen eine breite Streuung im Portfolio vorzunehmen. (Und nicht vergessen: Halten Sie eine gute Liquiditäts-Reserve von – mindestens 3 bis 6 Monatseinnahmen).

 

Werte, die in ein gut strukturiertes Anlage-Portfolio gehören:

  1. Ausgesuchte Aktienwerte (die stärksten Unternehmen der Welt)
  2. Unternehmensanleihen
  3. offene Immobilienfonds
  4. Edelmetalle: Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium – also industrielle Rohstoffe
  5. für bereits erfahrene Anleger mit Risikoverständnis auch Investitionen in unternehmerische Beteiligungen (innovativ und zukunftsträchtig)
  6. Unter bestimmten Voraussetzungen eignen sich Immobilien als Kapitalanlage bzw. Altersvorsorge (genügend Eigenkapital, keine Preisblasen, guter Standort etc.)

 

Mein Rat für Menschen, die das Glück eines Jackpot-Gewinnes haben: Feiern Sie diesen am besten mit Ihrer Familie und Freunden bei einem guten Essen. Anschließend gönnen Sie sich einen schönen Urlaub. Danach empfehlen wir Ihnen die Anlagestrategien von oben umzusetzen, damit Sie sich nachhaltig monatliche Einnahmen aus Ihren Anlagen sichern, von denen Sie dauerhaft gut leben und Ihr Leben genießen können.

Dieser Artikel ist zu erst bei Lottland.com veröffentlicht worden, zu dem Sie hier gelangen.

Christoph Leichtweiß

Christoph Leichtweiß von YPOS Vermögensmanagement

Das aktuelle Umfeld ist von einem historisch niedrigen Zinsumfeld geprägt. Konnten Anleger vor einigen Jahren mit dem Kauf von Staats- oder Unternehmensanleihen solider Schuldner noch einen realen Vermögenserhalt nach Steuern und Kosten generieren, so ist dies mittlerweile nicht mehr möglich.
Da Banken die Kontoguthaben ihrer Kunden ebenfalls am Kapitalmarkt anlegen, sind auch Sparbücher und Festgelder von dieser Situation betroffen und unter Renditegesichtspunkten uninteressant. Auch die stark in Zinsanlagen investierten Anleger, wie beispielsweise Versicherungen und Pensionskassen, leiden massiv unter dieser Situation. Da sie ihren Kunden nicht dauerhaft mehr auszahlen können als sie selbst einnehmen, sind die Ertragserwartungen eher niedrig. Auch bei Immobilien und Aktien hat der Anlagenotstand zu steigenden Preisen geführt.

In der Konsequenz ist leider festzuhalten, dass das aktuelle Umfeld ein hohes Potential für finanzielle Fehlentscheidungen bietet. Zudem sind die Konsequenzen der extrem niedrigen Zinsen nicht auf die Börsen beschränkt, sondern berühren jeden Bereich der Geldanlage und Altersvorsorge. Eine „eierlegende Wollmilchsau“ unter den Angeboten zur Geldanlage gibt es nicht. Jede Vermögensklasse hat ihre Vor- und Nachteile. Wer heute eine große Geldsumme anlegen möchte, der sollte Sorgfalt walten lassen. Zunächst sind die Lebensziele zu definieren, für die das Geld verwendet werden soll. Daraus können die notwendigen Renditen errechnet und mit dem aktuellen Kapitalmarktniveau abgeglichen werden. Hieraus ergeben sich mögliche Kombinationen aus verschiedenen Vermögensklassen. Die daraus resultierenden Chancen und Risiken sind mit der eigenen finanziellen Risikobereitschaft abzugleichen. Erst wenn hier Klarheit herrscht, sollte die Umsetzung mit Finanzprodukten begonnen werden.

Inflationscheck in der grafischen Analyse

Erfahrungsgemäß entstehen die größten Enttäuschungen nach finanziellen Entscheidungen, weil es keinen klaren Prozess zur Herleitung der Anlagestrategie gab. Besonders Menschen, die von einem unerwarteten Geldsegen, wie beispielsweise einem großen Lottogewinn, überrascht werden, haben häufig weder Kenntnis noch Erfahrungen, um sachliche und gute Entscheidungen für die ungewohnt große Summe Geld zu treffen. Anleger sollten daher verschiedene Berater aufsuchen und sich die unterschiedlichen Herangehensweisen zur passenden Anlagestrategie erläutern lassen.

Stefanie Kühn

Stefanie Kühn von Private Finanzplanung Kühn

Sparer sehen sich derzeit mit historisch niedrigen Zinsen konfrontiert. Wer sich nicht umschaut, schafft es nicht, mit Zinsanlagen mehr als Inflation und Steuern zu verdienen. Das angelegte Geld wird also weniger wert. Daher ist mehr Kreativität und auch Mut gefragt. Direktbanken bieten Ihnen im Tages- und Festgeldbereich bessere Konditionen als die Hausbank. Wenn Sie Ihr Geld gestaffelt nach Laufzeiten anlegen, können Sie einen guten Kompromiss zwischen angemessener Rendite und Flexibilität finden. Aber Achtung: Achten Sie stets auf die Einlagensicherung!

Eine kleine Aktienquote senkt langfristig das Gesamtrisiko – 10% Aktien gehen immer. Je nach Ihrer Einstellung zum Risiko können Sie die Quote auch höher wählen.

Wenn Sie bislang noch wenig Berührung mit dem Aktienmarkt hatten, investieren Sie monatlich über einen Sparplan in kostengünstige Indexfonds (ETFs). So ist die Summe zunächst überschaubar und Sie können anhand der kleinen Summen sehen, wie nervös Sie bei Börsen- Rücksetzern werden. Außerdem senken Sie so das Risiko, den „falschen“ Einstiegs-Tag zu erwischen.

Wenn Sie eine selbstbewohnte Immobilie abzahlen, sollten Sie immer zuerst über Sondertilgungen nachdenken. Oft hat das Haus-Darlehen noch einen so hohen Zins, dass Sie mit dem Geld, das Sie in andere Anlagen stecken, den Darlehenszins nicht ausgleichen oder gar übertreffen können. Dann lohnt sich ein konsequentes Ausnutzen der möglichen Sondertilgungen umso mehr.

Gewinnen Sie den Jackpot, nehmen Sie sich viel Zeit. Viele Lotto-Gewinner kommen erstmals mit so hohen Geldbeträgen in Berührung. Es ist ganz klar, dass Sie das überfordern kann. Überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist und was Sie mit dem Geld machen möchten. Parken Sie das Geld in aller Ruhe auf einem Tagesgeldkonto. Trauen Sie nicht überstürzt irgendwelchen Renditeversprechen von 5% und mehr. Solche Renditen erzielen Sie niemals ohne Risiko! Meiden Sie außerdem Anlagen mit hohen Gebühren. Und vor allem: Verändern Sie nicht überstürzt Ihr Ausgaben-Verhalten – so mancher Lotto-Gewinner stand wenige Jahre nach dem Gewinn vor dem Nichts. Bleiben Sie sich selbst treu, lernen Sie, mit den hohen Summen zu jonglieren und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt vor, Ihr Vermögen selbst zu managen.

Ehepaar bei einem Finanzberater

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.